Betrüger Madoff muss nicht ins Gefängnis
Anstatt wie ein gewöhnlicher Verbrecher ins Gefängnis zu kommen, muss der verurteilte Betrüger Madoff nun lebenslang bei der privaten US- Zentralbank Fed arbeiten. Der Verurteilte darf das so genannte Ecclesbuilding nicht verlassen und der Richter argumentierte die “Fed kann von Erfahrungsschatz profitieren”, berichtet die Webseite des Finanzexperten M. Mross.
Im Prozess um den größten Betrugsfall der Finanzgeschichte kam es zu einer sensationellen Wende, denn der Ex- Broker Bernard Madoff (71 Jahre alt) wurde vom Gericht in New York zu lebenslanger Arbeit beim Federal Reserve System verurteilt, obwohl ein Gefängnisaufenthalt dem üblichen Vorgehen der Justiz näher gekommen wäre.
Zuvor rangen Staatsanwaltschaft, Geschworene und ein Richterteam um das fällige Strafmaß für den prominenten und wohlhabenden Angeklagten.
Madoff wurden seitens der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Gelder von seinen Kunden in Höhe von bis zu 65 Milliarden Dollar veruntreut zu haben.
Das in den USA als “Ponzi-Scheme
” (in Deutschland: Ponzi- Schema) bekannt gewordene “Geschäftsmodell
” des Betrüger Madoffs basierte darauf, vor den Kunden fiktive Gewinne zu simulieren. Am Ende wurden die Zinsen für die Kundenanlagen jedoch, wie bei jedem Schneeballsystem, lediglich von neuen Einzahlern abgezweigt.
Als wegen der Wirtschaftskrise schließlich zu viele Kunden ihr Geld zurückverlangten, gab Madoff auf neue Investoren zu suchen und das Geld der Anleger war weg. Die Staatsanwaltschaft forderte deshalb zu recht 150 Jahre Haft in einem Gefängnis für den Angeklagten.
Madoff gab zwar zu, nach diesem verbotenen System gearbeitet zu haben, doch laut seiner kompetenten Verteidigung arbeitete der Mandant jedoch lediglich nach dem gleichen Schema, welches auch das Federal Reserve System (US- Zentralbank) nutze.
Wenn es zu einer Verurteilung des Angeklagten komme, dann müsse man auch den Chef der Fed ins Gefängnis stecken, argumentierte die Verteidigung folgerichtig.
Die Rechtsanwälte Madoffs verwiesen gegenüber dem Gericht auf die gut dokumentierte Tatsache, dass das Federal Reserve System zwar seit fast 100 Jahren funktioniere, doch auch dort, ähnlich wie bei Madoff, sofort der Kollaps des Systems droht, wenn zu viele involvierte Anleger ihr Geld zurückverlangen. Insofern könne man Madoff kaum Betrug vorwerfen, solange man diesen Vorwurf nicht auch gegenüber der Fed erheben würde, was gerade angesichts der aktuellen Finanzkrise sehr logisch erscheint.
Die Verteidigung führte weiterhin aus, dass das gesamte Geldsystem schließlich darauf basiere, dass die Zinsen niemals erwirtschaftet werden können und lediglich neue Gläubiger gesucht würden, welche im Glauben an die jederzeitige Abrufbarkeit ihrer Anlagen ihre Einzahlungen tätigten, was die derzeitige Situation absolut richtig beschreibt, jedoch nur von den wenigsten Menschen realisiert wird. Nicht anders hätte Madoff gehandelt und insofern sei dem Angeklagten kein Vorwurf zu machen, wenn denn das Verhalten der US- Zentralbank auch legitim sein sollte.
Nachdem sich das Gericht über eine Stunde zur Urteilsfindung zurückgezogen hatte, wurde schließlich das Urteil verkündet und in seiner Urteilsbegründung führte der vorsitzende Richter sogar aus, dass es tatsächlich Parallelen zu dem Geschäftsgebaren Madoffs und dem der Fed gebe, was wirklich jeden hellhörig werden lassen sollte. Allerdings führte er weiter aus man könne keinem Einzelgänger erlauben, die Praktiken einer Zentralbank zu betreiben, was verwunderlich ist, da das Handeln der Zentralbanken noch viel größere Auswirkungen haben wird, als das Handeln der Einzelnen.
Insofern müsse die Allgemeinheit vor Madoff geschützt werden, was abermals verwirrt, da von den Zentralbanken die aller größte Gefahr ausgeht, wie derzeit deutlich zu sehen ist. Als so genannten Kompromiß einigte man sich darauf, dass Madoff statt wie jeder Verbrecher ins Gefängnis nun in die komfortable Fed muss, denn nach Ansicht der Richter könne die US- Zentralbank von den Erfahrungen Madoffs nur profitieren.
Mit Hilfe von Madoff könne die Fed angeblich wertvolle Hinweise darauf gewinnen, wie man in Zukunft einen solchen Unfall verhindern könne führte der Richter in seiner umstrittenen Urteilsbegründung aus.
Damit Madoff mit seinen Erfahrungen nicht fliehen kann, wurde er jedoch dazu “verurteilt“, das Ecclesbuilding, dem Sitz der Fed in Washington, bis zum Lebensende nicht mehr zu verlassen, was schwer mit dem Rechtsverständnis der meisten Menschen zu vereinbaren ist. Die US- Zentralbank wurde sogar angewiesen, dem Verurteilten eine Räumlichkeit in ihrer Zentrale zur Verfügung zu stellen und man kann sich ja Vorstellen, dass das keine karge Zelle werden wird….
Während Madoff das Urteil natürlich mit großer Erleichterung annahm, löste der Richterspruch laute Proteste der bestürzten Zuschauer im Gerichtssaal aus. Zahlreiche Madoff- Opfer nannten das skandalöse Urteil eine Verhöhnung der Geschädigten und eine Verhöhnung des allgemeinen Rechtsbegriffs kann wohl angefügt werden.
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